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Donnerstag, 28. Januar 2016

Rezension: "Das Geheimnis von Wickwood" von Hanna Dietz




"Das Geheimnis von Wickwood" - von Hanna Dietz.

Sprache: deutsch
Genre: Mystery Jugendroman
Reihe: Nein


Andere Bücher der Autorin:

                   




Meine Bewertung:






Das Cover

Das Cover hat mich sofort angesprochen und neugierig gemacht. Daher habe ich mir das Buch bereits in der Vorschau des Verlags näher angesehen und schließlich wanderte es auf meine allgemeine Merkliste. Mir gefallen die Farben, die Stadt und die geniale Tasche im Hintergrund und das der Titel so einprägsam ist.  


 

Kurze Inhaltsbeschreibung

Stella lebt in einem verschlafenen Nest namens Wickwood. Sie ist eine gute Schülerin, hat ein angespanntes Verhältnis zu ihrer strengen und biederen Mutter und gehört in der Schule eher zu den unsichtbaren Mädchen. Aber Stella würde gerne dazugehören. Außerdem wünscht sie sich, dass der attraktivste und beliebteste Junge an der Schule bemerkt, wie toll sie ihn findet und sich in sie verliebt. Nachdem sie die Bekanntschaft von Liv macht, die alles andere als so ist, wie die anderen Mädchen in Wickwood, gerät Stella in den Besitz einer Tasche, die ihr Leben für immer verändert und sie und andere in unglaubliche Gefahr bringt.

 

Schreibstil und Storyverlauf

Ich habe mich unglaublich auf das Buch gefreut und wollte es unbedingt lesen. Außerdem wollte ich es auch unbedingt mögen, da mir die Autorin so sympathisch auf der Messe war. Allerdings klappt es manchmal nicht und das Buch, egal wie sehr man sich das Gegenteil wünscht, spricht nicht zu einem und findet keinen Weg ins eigene Leserherz.
Es fällt mir schwer nach längerer Zeit mal wieder so eine Rezension zu verfassen, in der ich viel zu bemängeln habe. Daher gleich vorweg: Bildet euch unabhängig von meiner Kritik am besten selbst eine Meinung. Lest die Leseprobe, leiht es euch aus und versucht es. Vielleicht spricht euch die Geschichte an. Für mich war es leider eine Enttäuschung.
Der Schreibstil war für mich so disharmonisch wie die gesamte Geschichte. Mal locker, leicht und flüssig und dann wieder total kompliziert, mit anderen Worten, langen Sätzen und irgendwie hatte ich ständig das Gefühl, aus dem Lesefluss zu geraten.
Die Story selbst verspricht ein düsteres Geheimnis, eine Schule und natürlich ein junges Mädchen mit den typischen Schulproblemen. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass der Grad der Probleme so unglaublich kindisch war und ich total oft einfach nur mit dem Kopf schütteln musste. Zu Anfang habe ich gedacht, das könnte am Alter liegen, immerhin bin ich doppelt so alt wie die gute Stella. Und zu meiner Schulzeit gehörte ich genau wie sie nicht zu den Beliebten Mädchen, sondern war eher still und zurückgezogen. Allerdings hat mich das auch nicht weitergestört. So als Büchernerd, der ich schon damals war.
Doch ist es wirklich normal, eher still und tiefgründig zu sein, beobachtend und dann nicht zu merken, dass sich der Junge, den ich toll finde, wie ein Arsch verhält? Stella jedoch läuft mit Scheuklappen durch die Gegend und checkt nicht, dass er sie nur rumkriegen will und zwar durch die gesamte Geschichte hinweg, behält sie die Scheuklappen auf. Merkwürdig. Dann kamen für mich logische Fehler dazu. So zum Beispiel, dass ich gespürt habe, dass der Schauplatz vermutlich nicht immer eine amerikanische Kleinstadt sein sollte. Denn in welcher amerikanischen Kleinstadt (und wir reden von richtig, richtig klein und uramerikanisch) gibt es ein Café in dem deutsche Traditionskuchen aller: Schwarzwälder Kirschtorte und Frankfurter Kranz verkauft wird??? Das wage ich zu bezweifeln. Ebenso passte für mich die russisch sprechende Sekretärin nicht ganz ins Bild.
Zu allem Überfluss gab es Längen im Buch, wo sich alles zu sehr um die Teenieprobleme gekümmert hat, als um das Lösen des Geheimnisses und als dann die große Auflösung kommt, ist das „Wie“ nicht nur unbefriedigend, sondern es bleiben auch noch für mich essentielle Fragen offen.

 

Die Charaktere und ihre Entwicklung

Stella war mir von Anfang bis Ende unsympathisch. Zunächst hielt ich sie für lieb und nett, aber schnell kamen da ihr Neid und ihr Selbstmitleid hinzu, was mir total auf den Zeiger ging. Und dann ihre teils rücksichtslose Art. Manches kann man später durch die Tasche erklären, aber durch diverse Szenen vorher war sie mir schon vor der Tasche nicht sympathisch.

Und dann diese Naivität. Mal ehrlich würdet ihr den Mädchen glauben, die euch die ganze Zeit gemobbt haben und mit Nichtachtung bestraft haben, wenn sie aus dem Nichts zu dir kommen und dir sagen, dein wichtigster Abschluss Test für dein Schulabschluss würde um einen Tag verschoben?
Ich muss bestimmt nicht erklären, was Stella macht.

Dann Stellas Mutter, der personifizierte, christlich religiöse Drache von Mutter. Sie macht ein riesen Drama und beschimpft ihre Tochter als Schlampe, weil sie auf einem Foto mit einem Jungen ist, dass in der Zeitung ist. Die beiden stehen nur nebeneinander. Klar weiß ich mittlerweile, dass der Junge nur drauf aus ist Mädels ins Bett zu kriegen. Aber ihre Mutter erwähnt das, als überbesorgte Mama nie und auch Stella ist das natürlich nie zu Ohren gekommen. Also warum regt man sich dann so künstlich auf? Und wenn man es weiß, warum erwähnt man es nie?

Am Ende stellt sich heraus das in Wickwood alle Frauen scheinbar total fiese Biester sind. Stellas Mutter, die Klassenzicken, deren Mütter, die Apothekerin und deren Tochter, die als Reporterin arbeitet …
Das wirkt so unglaubwürdig, einfach und hat mich absolut gar nicht überzeugt.

Zum Schluß gab es dann noch eine Szene, die ich nicht spoilern kann. Aber jeder, der das Buch kennt, wird wissen, was ich meine. Das ENDE eben. Und ich dachte mir nur so? WAS??? Das Mädchen ist sechzehn, wie unrealistisch ist denn dieses Ende? Für das Verhalten der Mutter wurde nie ein Grund genannt, dabei wurde sie wie eine Frau mit Dachschaden dargestellt, die ihr Kind kein bisschen liebt. Das war für mich unverständlich und ohne Grund auch nicht einfach hinzunehmen.


 

Fazit

Ich bin leider sehr enttäuscht. Ich hätte das Buch gerne geliebt, aber es ging einfach nicht. Unsympathische Hauptfigur traf auf viele nicht überzeugende Nebenfiguren und löchrig ausgearbeitete, Story, die für mich zu schwach war, um sie weiterzuempfehlen. Schade eigentlich.  

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