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Mittwoch, 6. Mai 2015

Rezension: Phantasmen




Phantasmen von Kai Meyer
Leseempfehlung für: Dystopiefans mit Endzeitfeeling.
Für Leser ab: 16 Jahren



Das Cover

Das Cover passt gut zur Geschichte und erweckte in mir gleich mal ein mulmiges Gefühl. Von daher ist es auf jeden Fall passend und gelungen. Besonders hübsch finde ich es nicht, aber das muss es in dem Genre vielleicht auch nicht zwingend sein. Es ist auf jeden Fall anders und fällt auf.





Kurze Inhaltsbeschreibung

Die Geschichte der beiden Schwestern Rain und Emma spielt in der Zukunft. In ihrer Welt ist es völlig normal, dass wir die Welt mit Geistererscheinungen teilen. Denn aus unerklärlichen Gründen tauchten irgendwann die Geister von Toten wieder auf. Zunächst nur vereinzelt und dann doch immer häufiger.
Mittlerweile ist klar, dass es eine gewisse Gesetzmäßigkeit bei den Geistererscheinungen gibt. Sie tauchen immer genau dort auf, wo sie gestorben sind und zunächst erschienen nur die, die in diesem Jahr, dann die im darauffolgenden Jahr gestorben waren usw. Die Geister sind einfach da, tun niemanden etwas und man kann auch nicht mit ihnen kommunizieren. Sie strahlen ein unglaublich helles Licht ab und gerade in Häusern werden sie eher als störend empfunden.
Rain und Emma haben ihre Eltern bei einem Flugunglück verloren. Sie sind auf dem Weg in die Wüste, zur Absturzstelle, denn der Todestag nähert sich und die beiden wissen, dass dort die Geister ihrer Eltern auftauchen. Die beiden Mädchen ahnen noch nicht, dass sie dort nicht nur die Geister ihrer Eltern finden, sondern dass das erste Mal etwas viel Größeres passiert. Denn die Geister fangen an zu lächeln. Doch dieses Lächeln bringt den Tod …


Schreibstil und Storyverlauf

Kai Meyer konnte mich bei Phantasmen mit seinem überaus galanten, spannenden Schreibstil absolut überzeugen. Gerade die Actionszenen sind nahezu filmreif geplottet und beschrieben. Sein Schreibstil konzentriert sich für meinen Geschmack manchmal zu sehr auf die Handlung und Spannung und zu wenig auf die Gefühle der Figuren, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Mehr gestört hat mich bei der Story die stark spürbare Konstruktion. Ich hatte bei vielen Szenen das Gefühl, dass sie konstruiert wirkten. Gut gemacht, aber dennoch zum Teil vorhersehbar und emotional gesehen nicht wirklich packend.
Die Idee selbst ist grandios und einem Endzeitroman gleich gut umgesetzt. Mir hat der rote Faden gut gefallen, wenngleich es Stellen gab, die sich mir nicht erklärt haben und bei denen ich eine gewisse Ungläubigkeit verspürte. Auch das große Finale mit den Geistern war mir etwas zu knapp geraten. Hier hätte ich mir mehr Antworten gewünscht und ein wenig mehr emotionale Tiefe, so wie Spannung. Das eigentliche Ende dagegen hat mir wieder gut gefallen, vor allen weil es nicht mit dem Finale endet, sondern der Leser noch einen kleinen Einblick in die anschließende Zukunft erhält.


Die Charaktere und ihre Entwicklung

Die Figuren. Ja. Also Rain, aus deren Gesicht die Geschichte erzählt wird, ist die Hauptfigur der Dystopie und ich muss gestehen, dass sie mir bis zum Schluss recht fremd geblieben ist. Das lag zum einen sicher an ihrer verschlossenen, teils merkwürdigen Art, zum anderen aber daran, dass nicht viel auf ihre Gefühlswelt eingegangen wurde. Wenn ja, war die mir noch nicht mal wirklich schlüssig. Denn obwohl sie bizarre, grausame Dinge erlebt und um ihr Leben kämpfen muss, zwingt sie ein Traumata beinah in die Knie, das ich irgendwie überflüssig fand.

Der männliche Protagonist Tyler war, trotz einiger weniger Glanzmomente, auch etwas blass. Dabei brachte er so gute Anlagen und eine wahnsinnig tolle Story mit. Emotional hätte man hier viel mehr rausholen können, finde ich.

Am besten gefallen hat mir Emma. Sie war eine so tolle Figur, dass allein wegen ihr schon das ganze Buch lesenswert ist. Emma ist anders, als andere. Sie denkt anders und soll angeblich frei von der Möglichkeit sein, zu fühlen, dabei sorgte sie bei mir für die meisten Gefühle im Buch. Ein so großartiges Mädchen, einfach toll. Emma muss man wirklich lieben und ins Herz schließen. Ihre Beziehung zu den anderen Figuren hat mich gerade zum Ende des Buches hin sehr gerührt.



Fazit

Eine tolle für sich stehende Dystopie mit großem Endzeitfeeling. Mir hat im Buch ein wenig die emotionale Komponente gefehlt und eine Hauptfigur, die mich in die Seiten zieht. Ein paar Fragen blieben ebenfalls für meinen Geschmack zu offen oder die Erklärungen waren mir zu konstruiert, aber alles in allem ein spannender, rasanter Roman für Jugendliche ab 16 Jahre.  

Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    für mich war es das 1. Buch des Autoren Kai Meyer.

    In wenigen Sätzen entsteht eine Stimmung, die einem nicht mehr loslässt und somit wirklich eine Sogwirkung für mich als Leserin hatte. Denn ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen.

    Das Ende lässt einiges offen.O.K. Aber alleine diese Vorstellungen/Visionen waren schon sehr interessant und unheimlich.

    LG..Karin...

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  2. Das Buch steht noch auf meiner Wunschliste! Das Thema finde ich unglaublich spannend und es scheint deiner Rezi nach auch gut umgesetzt zu sein. Das ist ein Geschichte auf die ich gerade unglaublich Lust hätte...nur leider muss ich mich mit Buchkäufen etwas zurückhalten :-)
    LG Zeilenleben

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  3. Ah, was für eine schöne Rezension. Ich habe das Buch auch noch zu Hause liegen und freue mich nun doch drauf. Leider sind die Rezensionen zu diesem Titel ja doch eher durchwachsen, weshalb ich bislang noch nicht so euphorisch danach gegriffen habe. Das ändert sich nun aber doch bald. :)

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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  4. Hey,
    das Buch liegt schon seit gefühlten Ewigkeiten auf meinem SuB. Ich fand den Klappentext unglaublich interessant, aber ich habe es leider bis heute noch nicht gelesen. (Warum auch immer.)
    Naja, vielleicht schaue ich es mir in den nächsten Tagen nochmal an. Scheint ja doch ganz gut zu sein.

    Liebe Grüße und schönes Wochenende. ♥
    http://kathisbuecherstapel.blogspot.de/

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