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Mittwoch, 29. April 2015

Rezension: Hundert Jahre ungeküsst




Hundert Jahre ungeküsst von Gabriella Engelmann

Leseempfehlung für: Mädchen, die gerne träumen und jeden, der das nicht verlernt hat. Magische Märchenadaption, die mitten ins Herz geht und sich da tief verankert und bleibt.
Für Leser ab: 15 Jahren



Das Cover

Das Cover. Ich möchte im Grunde gar nichts dazu schreiben, weil ich jetzt schon ahne, wie die Worte mir ausgehen werden. Die Gestaltung aller Märchenbücher, um es abzukürzen, ist wunderschön, traumhaft, verspielt, mädchenhaft, perfekt.
Zur rein optischen Gestaltung kommen noch die mehr als genialen Titel der Bücher. Für mich eine der besten Reihenaufmachungen im Jugendbuchbereich überhaupt. Wobei ich zugeben muss, dass Arena einfach gute Leute hat. Die meisten Cover des Verlags liebe ich sofort und auf Anhieb.


Kurze Inhaltsbeschreibung

In dieser Märchenadaption haben wir es, wie der Titel verrät, mit Dornröschen zu tun. In unserer modernen und überaus realen Welt heißt sie jedoch nicht Aurora sondern Rosalie Dorn – ich liebe den Namen!!! – und ist keine Prinzessin, sondern ein junges Mädchen, das gerade mit seiner Ausbildung in einem angesagten Nobelhotel anfängt. Rosalie entkommt dadurch nicht nur der übervorsichtigen und sich ständig Sorgen machenden Mutter, sondern ihren Träumen näher. Rosalie möchte nämlich unbedingt mehr von der Welt sehen. Bevor es so weit ist, sieht sie jedoch erstmal René Prinz – same here: I’m loving this name -.
René ist der Sohn der Hotelkettenbesitzer und zwischen beiden besteht von jetzt auf gleich eine Anziehung. Ein beinah magischer Funke. Die zarten Gefühle, der ersten Liebe sind jedoch nicht das einzig Magische das Rosalie erlebt. Neben ihren Wohnungsgeist gibt es da noch die Geschichten, die sich um das Turmzimmer des Hotels drehen. Irgendwie hängt beides zusammen und ist mit Rosalie verbunden, die nicht ahnt das ein Fluch auf ihr lastet …


Schreibstil und Storyverlauf

Kennt ihr das Gefühl? Viel über den Schreibstil der Autorin möchte ich gar nicht sagen. Es ist nicht mein erstes und auch nicht bloß mein zweites Buch der Autorin. Ich habe sowohl von ihren Jugendbüchern schon viel gelesen, als auch von den tollen Gefühlsromanen für ‚große’ Leute. Ich liebe die Art, wie Gabriella Engelmann Gefühle und Leben in ihre Geschichte bringt. Die Worte werden vor meinen Augen lebendig, real und die Figuren sind so echt und greifbar, als könnten sie im nächsten Moment um die Ecke kommen. So richtig aus dem Leben gegriffen.
In diesem Buch ist die Geschichte natürlich etwas magischer, märchenhafter und dennoch sind die Jugendlichen wie Rosalie, René und ihre Freunde einem so nah, dass man unweigerlich das Gefühl hat, es gibt sie wirklich. Mich hat Gabriella Engelmann also wieder so richtig tief in die Geschichte ziehen können.
Diese ist wunderbar geschrieben. Die Verbindung zwischen Märchenaspekten, die uns ja allen bekannt sind, und der Realität ist genial geknüpft. Man erkennt das Märchen und fühlt sich doch völlig im hier und jetzt unserer Zeit. Ein wenig muss man sein Herz für das Unerklärbare in der Welt öffnen, wenn man die Geschichte ganz in sein Herz lassen möchte, aber welches Märchen spielt nicht mit unserer Fantasie und möchte, dass wir an das glauben, was unmöglich scheint?
Das Ende des Buches – auch wenn ich hier aufgrund von Spoileralarm nicht viel schreiben kann/möchte – war ganz anders, als ich es erwartet habe. Ich hatte die ganze Zeit ein Ende im Kopf, das direkt aus meinem Herz kam. So wie ich es mir für Rosalie, René, ihre Freunde und ihre Eltern gewünscht hätte. Es kam ganz anders, als ich gedacht habe und hat mir doch tatsächlich die Tränen in die Augen getrieben. Auch wenn es wunderschön und berührend war, hat es mich doch ein wenig traurig gemacht. Vielleicht ist das der Blick der Erwachsenen auf die Geschichte, die sich sehr gut und sehr schnell nicht bloß in Rosalie, sondern in Rosalies Mutter wiederfinden konnte.
Kein richtiger Kritikpunkt, aber ein Wehmutstropfen war die Kürze der Geschichte. Vermutlich ist meine Verliebtheit schuld. Das Ende hätte für mich noch ein wenig mehr ausgeschrieben sein dürfen. Es war so plötzlich vorbei und ich noch gar nicht bereit loszulassen.


Die Charaktere und ihre Entwicklung

Ich glaube diesmal ist meine Rezension weit weniger strukturiert als sonst. Ich hoffe ihr könnt es mir nachsehen. Zu den Figuren habe ich weiter oben nun schon einiges geschrieben.
Sämtliche Figuren des Buches sind so echt und realitätsnah, dass man das Gefühl hat, man kennt sie alle. Sie stechen durch optische oder charakterliche Merkmale hervor und so baut man nicht nur eine Beziehung zu allen auf, sondern es fällt leicht sie sich vorzustellen und auseinanderzuhalten.
Die Beziehungen untereinander, die Freundschaften, die gezeigt werden oder entstehen, haben mein Herz berührt und zeigen jungen Menschen, wie wichtig es ist, Freunde zu haben. Wie viel Freundschaft bedeutet, was ich persönlich sehr wichtig finde.
Auch die Liebesgeschichte ist sehr einfühlsam geschrieben, entwickelt sich langsam und nicht ganz ohne Schwierigkeiten. Dadurch wird die Geschichte nicht nur spannend, sondern ich als Leser wurde unweigerlich tiefer und emotionaler in die Geschichte hineingezogen und an die Figuren gebunden. Ein charakterstarkes, charaktertiefes und sehr berührendes Buch, das sowohl für Jung als auch für Alt wunderschöne, magische und berührende Lesestunden schafft. Märchenadaption, wie sie besser nicht geht.




Fazit

Was schreibt man kurz und bündig zu einem Buch, das einem so gut gefallen hat? Das einen emotional berührt und schöne Lesestunden geschenkt hat? Vermutlich nur das: Öffnet euer Herz für die Märchen in unserer Welt und lest dieses Buch. Gefühlvoll, magisch, Rosalie Dorn! Zum Glück habe ich noch drei Märchen, die ich mir gaaaaaaaanz langsam einteilen kann.

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