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Mittwoch, 12. November 2014

Rezension: The twins von Saskia Sarginson




The twins [Zertrennlich] von Saskia Sarginson
Leseempfehlung für: Leser gefühlvoller, stimmungsvoller, berührender und ernster Jugendbücher // Ab 17 Jahre




Das Cover

Das Cover des Buches finde ich grandios. Es ist anders und genau das ist auch die Geschichte, die im Buch erzählt wird. Es geht um junge Mädchen, die man erst ganz langsam kennen lernt. Denen man sich langsam nähern muss, weil sie sonst weglaufen könnten. Es geht um Geheimnisse. Genau das finde ich in der Atmosphäre des Bildes und in der Position, wie die beiden Mädchen mit dem Rücken zu mir dasitzen. Die Geschichte hat etwas Wildes, etwas Raues, etwas Bedrückendes, aber auch sehr viel Berührendes, Schönes und Freies. Ich finde, dass man all dies unheimlich gut im Cover wiederfindet. Abgesehen davon hat der gewählte Schauplatz natürlich auch für die Geschichte selbst tiefere Bedeutung.




Kurze Inhaltsbeschreibung

In dem Buch geht es vor allem um das Thema Freiheit. Die Freiheit zu sein, wer man sein möchte. Wie man sein möchte. Darum Vertrauen und den Mut zu haben, zu sein, wer man ist. Akzeptiert und geliebt zu werden als der Mensch, der man wirklich ist.
Transportiert werden diese Fragen durch die faszinierende Geschichte zweier Zwillingsschwestern. Die beiden leben ein ungewöhnliches und doch glückliches Leben. Bis sich etwas in ihrem Leben unaufhaltsam verändert. Es kommt zu einer Katastrophe, die weitere schlimme Folgen heraufbeschwört und das Leben der Mädchen so sehr verändert, dass sie selbst im Alter von Mitte zwanzig immer noch unter den Folgen leiden und auf der Suche nach sich selbst und zueinander sind.




Schreibstil und Storyverlauf

Der Schreibstil der Autorin ist sehr eindringlich. Sehr emotional, bildgewaltig und bewegend. Ich konnte sehr tief in die Geschichte abtauchen. Es war wie ein Sog. Einer, der sich nicht immer positiv anfühlte, sondern manchmal geradezu erdrückend war. Aber genau das hat das Leseerlebnis so besonders gemacht. Es ist keine leichte Kost, die einem serviert wird. Aber die Geschichte besitzt die Macht einen tief zu bewegen, wenn man sich auf sie einlässt und bereit ist mit Viola und Isolte mitzugehen.
Der Aufbau der Geschichte ist sehr gelungen. Man erlebt die beiden Schwestern in der jetzigen Gegenwart so in etwa im Ater von Mitte Ende Zwanzig. Man erkennt sehr schnell, dass sie beide auf ihre Art Probleme haben. Die eine Schwester offensichtlicher als die andere. Und nach und nach erfährt man in Rückblicken der Schwestern mehr und mehr von ihrem früheren Leben und all den Umständen, die zu der jetzigen Situation geführt haben. Mir hat diese Art des Erzählens unheimlich gut gefallen. Auch wenn ich bestimmte Ereignisse irgendwann vorausahnen konnte, waren sie dennoch emotional erschlagend, als sie Wirklichkeit wurden und da man so tief in der Geschichte und den Figuren drin war, fühlte es sich unheimlich echt an. Eine grandiose Idee, die wirklich hervorragend oder wenigstens meinem Geschmack entsprechend umgesetzt wurde. Dennoch sollte erwähnt werden, dass es sich bei dem Buch keinesfalls um einen Thriller handelt. Wer das erwartet, wird sicher enttäuscht sein. Wer dagegen eine dramatische, emotionale Leseerfahrung wünscht, wird genau das bekommen.





Die Charaktere und ihre Entwicklung

Die beiden im Mittelpunkt stehenden Figuren sind erstmal die Zwillingsschwestern Viola und Isolte.
Sie sind sehr unterschiedlich. Vor allen als erwachsene Frauen. Aber auch in ihrer Kindheit merkt man schnell, dass sie sich trotz ihrer engen Verbindung sehr voneinander unterscheiden. Isolte ist die wilde Schwester. Die mutige, die kein Blatt vor den Mund nimmt, die sich niemals unterwirft, die die Pläne schmiedet und umsetzt. Die Hübschere, lautere und extrovertiertere von beiden Schwestern.
Viola ist dagegen stiller, sensibler, schüchterner und dennoch auch verträumtere, nachdenklichere von beiden Schwestern.  
In der Gegenwart haben sich beide Schwestern verändert. Man erkennt natürlich noch die Mädchen aus den Rückblicken wieder, aber man muss sie schon abstrahieren. Gerade Violas Zustand hat mich erschüttert und durch das gesamte Buch weg hat mich ihr Schicksal so, so tief bewegt. Sie ist bei weitem keine leichte Figur und ich weiß nicht, ob man sie direkt mögen kann, aber ich habe sie so lieb gewonnen. Ich habe mit ihr getrauert und geweint und gerade am Ende so mit ihr mitgefiebert. Denn in diesem Buch geht es nicht nur um Freiheit, dem Wunsch zu sich selbst zu finden, um den Mut zu tun, was man möchte, oder um Geschwisterliebe, Mutterliebe, Freundschaft und all diese Dinge, sondern auch um die erste Liebe. Was sie bedeuten kann und vor allen was es bedeutet, wenn man sie verliert. Oder glaubt sie verloren zu haben. Dieser Aspekt in der Geschichte hat mich am meisten bewegt und genau deswegen war das Ende auf der einen Seite wunderschön und auf der anderen Seite hätte ich gerne meine Vorstellung wie es weiter geht noch schwarz auf weiß gelesen. Um Gewissheit zu haben. So sehr hat das Buch mich nach dem Zuklappen noch beschäftigt und so aufgewühlt war ich.




Fazit
Ein Buch, das anders ist als andere. Das nicht unbedingt eine leichte Geschichte erzählt, die man mal schnell oder zwischendurch lesen kann. Ein Buch, das einen tief in die Seiten zieht und einen in erschütternden Momenten beklemmend und traurig zurücklässt. In den schönen Momenten aber auch verzaubert und mit klopfendem Herzen. Ein Buch, das mich tief berührt und bewegt hat und das lange nachgehallt hat. Ein Buch ganz anders als erwartet. Ein Buch, das man im ganzen Lesejahr man meistens nur einmal findet, weil es einen überrascht, umhaut und auf ganz andere Art als andere Bücher glücklich gemacht hat. Ein Buch in das ich mich verliebt habe, ohne es gemerkt zu haben.

Kommentare:

  1. Hey Maus ♥
    Ich hätte nicht erwartet, dass dich dieses Büchlein nun doch so dermaßen begeistern könnte. Nachder kleinen Leidensgeschichte des Beschaffens von The Twins, musste es aber einfach gut sein :D. Es freut mich sehr, dass dich dieses Schätzchen so mitnehmen konnte und da bin ich ja mal gespannt ob es The Twins sogar in deine Jahresstatistik schafft, klingt ja beinahe so, wenn man ein solches Buch nur einmal im Jahr findet *hihi*.

    *knuddel* ♥

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    1. Stimmt :D
      Das musste einfach gut sein. Aber war es auch. Ein ganz besonderes Leseerlebnis. ♥

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