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Mittwoch, 26. November 2014

Rezension: Die Mütter-Mafia von Kerstin Gier



Die Mütter-Mafia von Kerstin Gier
Leseempfehlung für: Leser, die ein bisschen Sonne und Aufheiterung, mitfühlende Worte und Mut im Alltag mit Kinder brauchen. Oder die, die einfach Spaß daran haben, Mutter zu sein und genau wissen, dass auch sie Teil der Mütter-Mafia sind.




Das Cover

Die Covergestaltung der Ausgabe aus dem Bastei Lübbe Verlag, die ich besitze ist einfach nur wunderschön und für mich ebenso genial wie der Inhalt des Buches. Der ist ja bekanntlich immer gleich und dennoch legt man als Buchliebhaber ja unabstreitbar bestimmte Vorlieben und wünscht sich ein hübsches Cover.
Dieses hier ist dabei für mich einfach nur perfekt. Wohlgemerkt für das Genre, in das das Buch gehört. Die Farbwahl entspricht meinem Geschmack total und harmoniert zudem gut zusammen. Außerdem wirkt es verspielt, ansprechend und gleichzeitig nicht wie Einheitsbrei.
Für mich eine perfekte Aufmachung, die zudem im Innenbereich des Buches weitergeführt wird.



Kurze Inhaltsbeschreibung

Die Protagonistin des Buches heißt Constanze und am Anfang des Romans hat man noch den Eindruck alles liefe, wie in den typischen Frauenromanen ab. Es läuft nämlich alles schief in Constanzes Leben, was schief laufen kann. Ihr Mann hat sich soeben von ihr getrennt, warum und wieso ist Constanze immer noch nicht so ganz klar. Aber es scheint sehr endgültig, denn er hat bereits die Scheidung eingereicht und sie aus der gemeinsamen Wohnung ins leerstehende Haus seiner Mutter einquartiert. Für Constanze heißt es von jetzt auf gleich ein neues Leben zu beginnen. Und sie merkt schnell, dass sie mit dem Alltag des neuen Lebens ohne Ehemann und quasi alleinerziehend vollkommen überfordert ist.
Da kommt Constanze die Idee sich einer Müttersociety anzuschließen. Constanze ist jedoch weder auf die harten Aufnahmekriterien vorbereitet noch darauf, was hinter hilfsbereiten Fassade dieser Über-Muttis steckt. Schnell wird klar, die Zeiten schreien nach Revolution: Die Mütter-Mafia muss her. Kampf den Super-Mamis, die meinen in allem so perfekt zu sein.



Schreibstil und Storyverlauf

Die meisten werden Kerstin Gier entweder durch ihren großen Erfolg der Edelstein-Trilogie aus dem Jugendbuchbereich kennen, oder eben durch dieses Buch, das mindestens genauso erfolgreich ist. Und das nebenbei ebenfalls verfilmt wurde. Ich habe die angesprochene Trilogie natürlich auch gelesen, genau wie den Anfang ihres neuen Verkaufsschlagers: Silber.
Aber im Sommer war es einfach mal Zeit für einen ihrer Frauenromane und da ich selbst Mutter zweier Kinder bin, musste ich da einfach zu allererst mal zur Mütter-Mafia greifen.
Im Schreibstil habe ich mich sofort wiedergefunden und das ist auch der Grund, warum ich Kerstin Gier – Bücher so unwahrscheinlich gerne lese. Ihr Humor ist nicht unbedingt so, wie ich meinen eigenen Humor beschreiben würde, aber er trifft bei mir jedes Mal genau ins Schwarze. In diesem Buch war davon noch mehr zu spüren, als in ihren Jugendbüchern.
Ich habe teilweise tatsächlich Rippenschmerzen vor Lachen gehabt. Und es war einfach nur ein großartiges befreiendes Gefühl, kann ich euch sagen.
Das Buch war aber nicht nur urkomisch und unterhaltsam, sondern phänomenal genial. Die Entwicklung der Geschichte ist vermutlich nicht neu und für erfahrene Leser des Genres vorhersehbar. Auch bestimmte krasse Wendungen möchte ich sagen, sieht man durchaus kommen. Aber es ist genial wie die Autorin es schafft einen in die Figur, ihren Alltag, in Constanzes Geschichte zu ziehen. Ich konnte mich in so unzählig vielen Beispielen wiederfinden. Nicht, weil ich der Figur so ähnlich wäre, aber die Dinge, die sie erlebt, ihr Problem als Mutter und der Druck unter dem sie steht: ja immer die perfekte Mama zu sein. Gewertet zu werden, Bewertet und verglichen. All diese Probleme kenne ich nur zu gut und ich teile hier Constanzes Auffassung und wünsche mir manchmal auch so eine Mütter-Mafia herbei, die mit diesem anstrengenden und völlig unnötigen weil widersinnigem Phänomen: Super Mami aufräumt.
Dabei möchte ich erwähnen, dass die Autorin Constanzes Meinung klar schreibt und somit Probleme in unserer Gesellschaft, so wie mögliche Ursachen dafür aufdeckt. Sie übt Kritik durch ihre Hauptfigur, sie wertet jedoch nicht und zieht die andere Seite, die der vermeintlichen Super-Mamis nicht in den Dreck. Sie beschreibt sie menschlich und vermutlich viel näher an der Wahrheit, als solche Mütter gesehen werden möchten.



Die Charaktere und ihre Entwicklung

Constanze als Hauptfigur hat mich einfach nur begeistert. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich immer in ihr wiedererkannt habe. Das sicher nicht. Aber ich fand sie von Anfang an sympathisch und konnte mit ihr und ihrer Situation gut mitfühlen. Gerade durch die Ich-Perspektive kommt man der Figur schnell sehr nahe und es hilft einem unheimlich gut sich in die Geschichte fallen zu lassen. Constanze macht zwar eine Entwicklung durch, aber die besteht mehr darin, wie sie beginnt ihr Leben anzupacken und Eigenschaften und Kräfte an sich selbst und in sich selbst zu erkennen, die sie zu nutzen beginnt. Genau das hat mir auch so gut gefallen.
Abgerundet wurde das Buch durch eine Vielzahl vieler toller Nebenfiguren. Seien es ihre Kinder, ihr seltsamer Mann, ihr ‚neuer’ Anwalt, ihre Nachbarn, alte und neue Freunde und natürlich die Mütter der Müttersociety. Die waren besonders genial und auf die Forenbeiträge in ihrem ‚exklusiven’ und privaten Forum zu Beginn der Kapitel habe ich mich immer schon im Voraus gefreut. Die waren genau so, wie ich sie selbst schon in gleicher Art (Manchmal hatte ich das Gefühl in genau dem gleichen Wortlaut) gelesen habe. Einfach nur genial.


Fazit
Das Buch gehört sicher zu einem meiner absoluten Lieblingsbücher überhaupt. Ich habe selten während des Lesens so wahnsinnig von Herzen, so laut und so lang gelacht. Ich habe jede Seite inhaliert und genossen und weiß jetzt schon, dass das Buch mein ständiger Begleiter von der Kindergartenzeit bis weit in die Schulzeit bleiben wird. Man kann es als Mutter ständig aus dem Regal ziehen, wenn man mal wieder das Gefühl eingeredet bekommt, zu versagen oder mit anderen verglichen wird und das Gefühl hat, niemals gut genug zu sein, in dem Mutter-Ding. Oder darin, sein Leben zu bestreiten.
Ich denke, dass es diesen ganz besonderen Charme jedoch nur bei Müttern entwickeln wird. Dennoch kann das Buch garantiert jedem anderen Leser ebenfalls geniale Lesestunden und ganz viel Spaß bringen. Dafür ist der Humor allein schon gut genug.   

 

Kommentare:

  1. Na dann warte erst einmal ab, bis du "Die Patin" gelesen hast. Ich habe einige Kritiken gelesen, bei denen der zweite Band für massiv schlechter befunden wurde. Aber ich finde ihn mit seinem überspitzten Humor genau so lustig. Ausserdem werden noch ganz andere Themen behandelt.

    Liebe Grüsse
    Livia

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    1. Halli Livia,

      da bin ich ja mal richtig gespannt. Das Buch steht auf der WL und sobald ichs habe, werde ichs wohl auch recht schnell verschlingen. :)

      LG
      Lilly

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  2. Ich hab die Bücher vor einigen Jahren gelesen und fand sie auch sowas von gut! Und ziemlich nah an der Realität :D Wenn man einmal drin ist, in so ner Müttergruppe, da kann es schon gut hergehen. Leider hatte ich damals die Bücher verkauft und bereue es mittlerweile zutiefst. Habe richtig Lust sie noch einmal zu lesen :)
    Schöne Rezi :)

    LG
    Anika

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    1. Hallo Anika,

      Das finde ich auch. Der Humor ist zu genial und doch viel zu oft erschreckend realistisch :D

      Vielleicht kaufst du sie dir doch noch mal oder leihst sie dir aus ;)

      LG
      Lilly

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  3. Halli hallo
    Ich mag vor allem auch den Humor von Kerstin Gier sehr gerne, Band zwei und drei fand ich dann etwas schwächer.
    Übrigens sehr empfehlen kann ich dir ansonsten noch " Grosse Ärsche auf kleinen Stühlen" da habe ich mich auch nur so gekringelt vor Lachen...
    Liebe Grüsse Bea

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    1. Hallo Bea,

      der Titel bringt mich ja schon zum Lachen. Wie geil. Habe ich aber vorher noch nie gehört. Danke also für den Tipp, muss ich gleich auf meine WL setzte. :)

      LG
      Lilly

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