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Montag, 21. Juli 2014

Rezension Der dunkle Kuss der Sterne




Der dunkle Kuss der Sterne von Nina Blazon
Leseempfehlung für: Jugendliche ab 14 Jahre // Fantasyliebhaber romantischer und tiefgehender Geschichten






Das Cover

Das Cover ist wirklich sehr schön und mit viel Liebe gestaltet. Das Bild mit den beiden Gesichtern kam mir erst grob bekannt vor. Es erinnert an andere Buchcover, die man in ähnlicher Art schon mal gesehen hat. Ich finde die Wahl also nicht besonders ‚neu’ oder ‚einzigartig’. Aber es passt hervorragend zur Geschichte, wenn man die gelesen hat, weiß man das.
Was mir aber sehr gut am Cover gefällt, ist die Gestaltung des Titels. Der ist in diesem leuchtenden, schimmernden Blau einfach nur wunderschön und einprägsam.



Kurze Inhaltsbeschreibung

Der dunkle Kuss der Sterne ist ein Fantasybuch für Jugendliche. Es geht um die 17jährige Canda. Sie ist eine Bewohnerin von Ghan. Eine Stadt bestehend aus mehreren Ringen. Im ersten Ring leben die Bewohner, die über einige Gaben verfügen. Sie stehen in der Gesellschaft an höhere Stelle. In den äußeren Ringen leben die Bewohner, die nur eine Gabe oder gar keine Gabe haben. Sie sind in der Gesellschaft nicht viel wert und nutzen nur für niedere oft schwere Arbeiten.
Canda ist etwas Besonderes sie besitzt vier Gaben. Ebenso wie Tian. Mit ihm ist sie aufgewachsen, ihm ist sie als Braut versprochen. Die beiden sind Freunde seit Kindertagen an und Canda liebt ihn sehr. In der Nacht vor ihrer geplanten Hochzeit hat Canda jedoch einen Alptraum. Sie wacht mit dem Gefühl auf, Tian sei etwas Schreckliches widerfahren.
Tatsächlich trügt sie dieses Gefühl nicht. Tian ist verschwunden. Während alle ihn für einen Verräter halten, der geflohen ist und der Verbindung zu entkommen, glaubt Canda an seine Unschuld und daran, dass er entführt wurde. Doch auch Canda ist etwas Schreckliches widerfahren. Sie hat eine ihrer Gaben verloren. Die Schönheit.
Sie macht sich auf die Suche nach Tian, ihrer Gabe und der Wahrheit.



Schreibstil und Storyverlauf

Der Schreibstil von Nina Blazon ist wirklich etwas ganz Besonderes. Nina Blazon lässt den Leser in diese Welt eintauchen und zieht einen so tief in die Geschichte, dass man wirklich vollkommen in ihr versinkt und es einem nahezu schwer fällt am Ende wieder aufzutauchen. Für mich gehört ihr beinah poetischer Schreibstil zu den bildhaftesten, emotionalsten, nachdenklichsten und auch anspruchsvollsten Schreibstilen im Jugendbuchbereich. Ich bin völlig begeistert und verzaubert.
Die Geschichte hat mich vom ersten Satz an zu fesseln gewusst und in der Faszination für die Geschichte, die Idee auch bis zum Schluss packen können. Es war immer spannend, wenig vorhersehbar und wenn manchmal doch dann war es emotional so ergreifend und mitreißend, dass es einem völlig egal war, das man die Situation vorhergeahnt hat. Einfach nur großartig.



Die Charaktere und ihre Entwicklung

Canda ist eine vielschichtige und sehr liebevolle Person. Am Anfang ist sie die brave Tochter, das verliebte Mädchen, geblendet von den Regeln eine Welt, in der vieles ganz anders ist, als sie gedacht hat. Gleich zu Beginn erlebt sie etwas Furchtbares. Aber das Ereignis bleibt nicht ohne Folgen. Es tritt eine Lawine an Katastrophen los und es ist wirklich furchtbar, was Canda alles widerfährt. Man leidet sehr schnell mit und liest fassungslos, was sie erlebt und erdulden muss. Beinah automatisch wollte ich durch die Seiten kriechen und ihr helfen.
Aber obwohl sie sich unvollständig, verunsichert, verängstigt und verlassen fühlt – vor allen weil alles sich verändert, sie nicht mehr weiß, was wahr ist und was nicht, wem sie trauen darf und wem nicht, obwohl sie sich verlassen von ihrer Schönheit hässlich und unvollständig fühlt, entwickelt sie eine innere Stärke, die bemerkenswert ist. Sie kämpft sich immer weiter, gibt nie auf und entdeckt Seiten und Gaben, die sie vorher nie an sich wahr genommen wird.
Es ist ein wenig so, als würde sie erst in Freiheit zu dem Mädchen werden, was sie immer hätte sein können, würden die Regeln Ghans sie nicht in ein angepasstes Muster pressen.

Canda zur Seite stehen verschiedene Figuren, die sie im Verlauf der Geschichte trifft. Unter anderem natürlich der geheimnisvolle Amad. Er begleitet Canda und soll ihr helfen Tian zu finden. Canda weiß nicht, ob sie ihm trauen kann, denn etwas Düsteres umgibt ihn. Auch der Leser erfährt zunächst nur sehr wenig über Amad. Aber im Gegensatz zu Canda mochte ich ihn irgendwie sofort. Dieses Schweigsame und seine ruppige Art zogen mich magisch an. Auch weil sich dahinter irgendwie ein verletztes und sensibles Herz verbarg.

Die Gegenspieler im Buch sind zunächst irgendwie klar, dann wieder doch gar nicht und immer wieder passieren neue Dinge, lernt Canda neue Wahrheiten kennen, die Figuren in ein anderes Licht rücken und so sind Gegenspieler manchmal am Ende doch Freunde und umgekehrt. Diese Figuren waren alle auf ihre Art mit sehr viel Sorgfalt und Tiefe versehen, so dass man als Leser von ihren Schicksalen durchaus berührt ist und wie Canda so manches Mal an der Nase herumgeführt wurde, oder nicht mehr wusste, ob man mit ihnen mitfühlt, oder sie fürchten sollte.
Ein sehr komplexes Figurengebilde, was aber auch der Grundidee des Buches anzurechnen ist und für mich den größten Teil der Faszination und Begeisterung ausgemacht hat. Die Figuren konnten diese großartige Idee perfekt tragen und vermitteln. Ein Meisterwerk, wie diese faszinierende und tolle Idee umgesetzt wurde.



Fazit
Ein Buch dessen Idee mich sofort gepackt und fasziniert hat. Eine Idee, die unglaublich ist, sehr tiefgehend, beinah philosophisch und viel Raum zum Nachdenken gibt. Perfekt umgesetzt von tollen, vielschichtigen und liebenswerten Figuren, die es einem leicht machen der Geschichte zu folgen. Ein Schreibstil durch den man in der Geschichte versinkt und in der ich mich am Ende so wohl gefühlt habe, dass ich am liebsten nie wieder aufgetaucht wäre. Für Fantasy Fans und jeden, der philosophischere Grundideen in Büchern mag ein ganz klares LESE-MUSS. Ich habe das Buch wirklich geliebt.    

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